Ahrtalreise Home l Kontakt l Impressum & Datenschutz
Ahrtal
Wein & Kulinaria l Wandern & Freizeit aktiv l Wellness & Kur
Highlights l Feste l Orte l Themen l Ahrtal-Bücher


     
Die Rebsorten an der Ahr
     
"Ruud un Wiihs"
    Ahrwein-Themen

     
Natürlich haben neben allem Fleiß und besten Bedingungen auch die Rebsorten maßgeblichen Anteil am Charakter des Weines. Das Statistische Bundesamt weist rund 140 Rebsorten aus. Davon sind etwa 35 Sorten für die Rotwein- und über 100 für die Weißweinbereitung geeignet. Marktbedeutung besitzen allerdings nur etwa zwei Dutzend, allen voran die Weißweinrebsorten Riesling und Müller-Thurgau (Rivaner). Diese beiden sind in allen 13 deutschen Anbaugebieten präsent und belegen mit der an dritter Stelle stehenden Rotweinrebsorte Spätburgunder bereits die Hälfte der deutschen Anbaufläche. Auf den insgesamt gut 559 Hektar Anbaufläche der Ahr werden folgende Rot- und Weißweinrebsorten angebaut:

Rote Rebsorten: 476 ha (85,2 %)
Blauer Spätburgunder (345 ha, 62 %)
Der auch als „Pinot Noir“ bekannte Spätburgunder gilt als edelste Rotweinsorte. Der König der roten Reben ist so etwas wie ein Synonym für die Ahr. Denn insbesondere mit ihren Spätburgunder-Weinen haben sich die Ahr-Winzer weltweit Anerkennung verdient. Im 18. Jahrhundert soll die Sorte aus dem Burgund an die Ahr gebracht worden sein. Spätburgunderweine schmecken vollmundig und samtig und haben ein fruchtiges Aroma mit Nuancen von Mandel. Der typische Spätburgunder verfügt über einen leicht süßlichen Duft, der an rote Früchte erinnert. Die Assoziationen reichen von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis hin zur schwarzen Johannisbeere. Traditionell wurden die besten Spätburgunder aus hochreifen Trauben gewonnen, waren nicht sehr farbintensiv, mild, gerbstoffarm und von rostroter Farbe. Neben diesem klassischen Typ gewinnt der moderne Spätburgunder mit kräftigem Rot, mehr Gerbstoff, weniger Säure und häufig kurzer Lagerung im kleinen Eichenfass immer mehr an Bedeutung.

Blauer Portugieser (38 ha, 6,8 %)
Die sehr alte, rote Rebsorte stammt nicht, wie man an nehmen könnte, aus Portugal, sondern aus Österreich. Die mittel bis spät reifende Sorte liefert einen sehr hohen Ertrag.

Blauer Frühburgunder (37 ha, 6,6 %)
Auch „Pinot Precoce Noir“ genannt. Die rote Rebsorte ist eine Mutation des Pinot Noir und stammt aus Frankreich. An der Ahr war der Frühburgunder zu Beginn des 20. Jahrhunderts die hauptsächlich angebaute Rebsorte. Doch ab den 1960er Jahren verschwand sie nicht nur dort mehr und mehr von der Bildfläche. Die Ahrwinzer sorgen dafür, dass der Blaue Frühburgunder nicht völlig in Vergessenheit gerät. Allein 37 der bundesweit 260 Hektar mit Frühburgunder bestockten Rebfläche entfallen auf die Ahr. Seit 2005 ist die als regionaltypische Kultur­pflanze der Ahr geltende Sorte Bestandteil der von „Slow Food“ geführten „Arche des Geschmacks“. Dass sich mehrere Ahr-Winzer und -betriebe auch mit Frühburgunder-Weinen ihre Lorbeeren verdient haben, erscheint als logische Konsequenz. Die mit Frühburgunder bestockte Fläche nimmt an der Ahr stetig zu. Der im wahrsten Sinne des Wortes „kleine Bruder“ des Spätburgunders - Trauben und Beeren sind kleiner und führen weniger Saft - ist es allemal wert, bringt er doch fruchtige und sortentypische Weine hervor, die durch ihre intensive, rubinrote Farbe bestechen.

Regent (19 ha, 3,4 %)
Die Sorte ist eine Neuzüchtung zwischen Diana (Silvaner und Müller-Thurgau) und Chambourcin, also eine Kreuzung von weißer und roter Sorte. Bei der Züchtung im Jahre 1967 durch Gerhard Alleweldt von der Bundesanstalt für Rebenzüchtung in Siebeldingen/Pfalz stand die Resistenz gegenüber dem echten und falschen Mehltau im Vordergrund. Ihr Wein verfügt über ein tiefes Schwarzrot. Das Aroma erinnert an überreife Sauerkirschen oder Rotweinpflaumen.

Dornfelder (15 ha, 2,7 %)
Beim Dornfelder handelt es um eine Neuzüchtung zwischen Helfensteiner und Heroldrebe, die der Diplomlandwirt und Rebenzüchter August Herold (1902-73) im Jahre 1955 kreiert hat. Der Name geht auf Immanuel A. L. Dornfeld (1796–1869) zurück, auf dessen Initiative die Weinbauschule in Weinsberg gegründet wurde. Der Dornfelder ist längst seiner ursprünglichen Rolle als „Deckrotwein“ entwachsen und hat sich zu einem eigenständigen, charaktervollen Weintyp mit häufig südländisch anmutendem Flair entwickelt. Der dunkelrote und farbkräftige Wein ist körper- und tanninreich. Das fruchtige Bouquet erinnert an Sauerkirschen, Holunder und Brombeeren. Der Dornfelder ist für den Barrique-Ausbau geeignet und wird auch bei der Sektproduktion eingesetzt.

Domina (10 ha, 1,8 %)
Die „Herrin“, so die deutsche Übersetzung ihres Namens, ist eine Kreuzung zwischen Portugieser und Blauem Spätburgunder aus dem Jahr 1927. Die blauschwarze Traube ist mittelgroß bis groß, sorgt für eine dunkle, tiefrote Weinfarbe und ein feinfruchtiges Kirscharoma. Lagerung im Holzfass rundet den Gerbstoffgehalt etwas ab.

Acolon
(3 ha, 0,5 %)
Die rote Rebsorte wurde 1971 von Bernd Hill von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg aus den Rebsorten Lemberger (Blaufränkisch) und Dornfelder gekreuzt und erhielt erst 2002 den Sortenschutz. Die Weine aus der Acolon-Traube sind Lemberger-ähnlich und farbintensiv. Ihre als füllig und harmonisch beschriebenen Weine offenbaren feine Fruchtaromen bei gleichzeitig guter Struktur und dezenter Gerbstoffnote.

Dunkelfelder (2 ha, 0,4 %)
Die rote Rebsorte ist eine Neuzüchtung des deutschen Weingutsbesitzers Gustav Adolf Froelich (1847–1912) aus Blauer Portugieser und Färbertraube. Die Dunkelfelder erbringt einen dunkelroten Wein und wird hauptsächlich als Teinturier (Färbertraube) oder auch für Süßreserve verwendet um den Gehalt an Restzucker im Wein zu erhöhen und diesem die gewünschte Geschmacksrichtung zu geben.

Weitere an der Ahr vertretenen roten Rebsorten sind:
Cabernet Cubin (< 0,5 ha), Cabernet Dorsa (< 0,5 ha), Cabernet Mitos (1 ha, 0,2 %), Cabernet Sauvignon (1 ha, 0,2 %), Dakapo (1 ha, 0,2 %), Merlot (1 ha, 0,2 %), Müllerrebe (< 0,5 ha) und Saint Laurent (< 0,5 ha).


Weiße Rebsorten: 83 ha (14,8 %)
Riesling (44 ha, 7,9 %)
Der Riesling wächst in allen deutschen Anbaugebieten und nimmt mit mehr als 20.000 Hektar 20 Prozent der Gesamtrebfläche ein. Die längste Rieslingtradition haben wohl die Winzer im Rheingau und an der Mosel. Bis heute ungeklärt ist jedoch die Herkunft des Namens. Der Riesling ist eine langsam reifende Rebsorte, deren prägendes Element die fruchtige Säure ist. Deshalb ist er prädestiniert für die nördlichen Anbaugebiete, wo er in der späten Herbstsonne seine Reife vollendet. Während er die höchsten Ansprüche an die Lage (Energie) stellt, gilt er in punkto Boden als geradezu anspruchslos. Neben unkomplizierten Alltagsweinen stellt der Riesling eine reiche Auswahl an Prädikatsweinen. Der „typische“ Riesling zeigt eine blassgelbe, ins grünlichgelbe reichende Farbe. Im Duft dominieren Pfirsich oder Apfel und im Mund spürt man eine rassige Säure. Mit seiner natürlichen Säure eignet er sich zudem hervorragend zur Versektung. Und edelsüße Beerenauslesen oder Eisweine vom Riesling zählen zu den auch international am höchsten gehandelten deutschen Weinen. Rieslinge sollten frühestens nach einem Jahr getrunken werden. Seine optimale Trinkreife erreicht er in der Regel erst nach einigen Jahren. Junge leichte Rieslingweine, je nach Gusto trocken bis fruchtig süß, sind ideale Sommerweine.

Müller-Thurgau (16 ha, 2,9 %)
Die Rebsorte geht auf den Schweizer Pflanzenphysiologen Hermann Müller (1850–1927) zurück, der sich selbst „Müller-Thurgau“ nannte. Sie ist im Grunde ein Zufallsprodukt. Ihr Schöpfer nahm an, dass sie das Ergebnis der Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner war. Gentechnische Untersuchungen ergaben später allerdings, dass es sich vielmehr um eine Kreuzung aus Riesling und Madeleine Royal - eine Züchtung aus dem Formenkreis des Chasselas (Gutedel) - handelt. Die „Müller-Thurgau“-Rebe gilt als die erfolgreichste Neuzüchtung der Welt und ist in nahezu allen Weinbauländern der Erde verbreitet. Dabei handelt es sich um eine mittelkräftige, ertragreiche Sorte. Der blasse bis hellgelbe Wein ist in der Regel von mittlerer Güte, dessen Duft an Muskat erinnert. Bei gutem Alkoholgehalt verfügt der Wein über eine schwache Säure und einen leichten bis mittelkräftigen Körper. Seine Aromen sind grüner Apfel, Zitrone, Muskat und grüne Paprika. Müller-Thurgau-Weine werden jung getrunken.

Weißburgunder (12 ha, 2,1 %)
Die Rebsorte ist auch als „Pinot Blanc“ bekannt und zählt zum Kreis der klassischen weltweit angebauten Sorten. Sie ist eine Mutation des „Pinot Noir“ (Blauburgunder) und gehört zur großen Familie der Burgunder. Weißburgunder eignet sich zur Erzeugung von Prädikatsweinen und zum Ausbau im Barrique.

Ruländer (4 ha, 0,7 %)
Die auch als „Grauburgunder“ bezeichnete Sorte gehört zur Burgundergruppe. Der Name geht auf den Kaufmann Ruland aus Speyer zurück, der diese Rebe im Jahre 1711 erstmals in Deutschland anpflanzte. Die Ruländertraube bringt ausgezeichnete Weine mit viel Körper und Fülle. Im Bouquet sind sie delikat und voll, in der Säure mild und im Geschmack kräftig, würzig und aromatisch.

Kerner
(2 ha, 0,4 %)
1929 durch Kreuzung von Trollinger (rot) und Riesling (weiß) entstanden, erlebte die Sorte in relativ kurzer Zeit eine enorme Verbreitung. Auch sie wurde von August Herold kreiert. Ihr Name geht allerdings auf den schwäbischen Dichter Justinus Kerner (1786–1862) zurück, der in Weinsberg lebte und unter anderem Gedichte und Lieder über Wein verfasst hat. Der Kerner bringt hohe Öchslegrade. Deshalb werden fast alljährlich Prädikatsweine geerntet. Der oft hellfarbene Wein ist durch ein unaufdringliches, angenehm feines Muskat-Bouquet gekennzeichnet. Bei hoher Reife reichen seine Weine mit ihrer würzigen, vornehmen Frucht nahe an den Riesling heran.

Weitere an der Ahr vertretenen weißen Rebsorten sind:
Bacchus (< 0,5 ha), Chardonnay (< 0,5 ha), Gewürztraminer (< 0,5 ha), Huxelrebe (< 0,5 ha), Johanniter (1 ha, 0,2 %), Optima (< 0,5 ha), Ortega (0,93 ha), Regner (< 0,5 ha), Solaris (1 ha, 0,2 %) und Würzer (< 0,5 ha).


(Diese Aufstellung wurde dem Buch "Entlang des Rotweinwanderweges" von Christoph Lüttgen entnommen.)

 
   

Weinlagen
Rebsorten
Winzergenossenschaften
Weinbau-Museen
Eiswein
Gesprächskreis Ahrwein

 
Buchtipp

Rotweinwanderweg


Entlang des Rotweinwanderweges

Eine umfassende Darstellung der berühmten Wanderstrecke, die auch viele Informationen zu interessanten Punkten rechts und links der Route vermittelt. Das touristische Handbuch der Weinbauregion im Ahrtal.
176 Seiten • 12,80 €
>>Sonderangebot im SET
>>mehr Info
>>weitere Bücher


l l l l
 

       

Auf ahrtal-reise.de
Wein & Kulinaria

Wandern & Freizeit aktiv
Wellness & Kur
Highlights
Feste
Orte
Themen
Bücher über das Ahrtal
Impressum & Datenschutz
Home

 

Partnerprojekte
www.gaasterland-verlag.de

  Eifel-Verlag
l Ahrtal_neu l
 
© Eifel-Verlag 2014 - 2017